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So, nachdem ich mal wieder ein paar Tage in Deutschland war gings wieder nach Rumänien. Um 9 in den Zug, um 22 Uhr war ich zurück in Constanta. Harter Tag. Den nächsten Tag gings dann gleich wieder mit der Arbeit los. War zum Glück ein etwas ruhigerer Tag.
Am nächsten Tag sind wir in ein Fertigteilwerk in Constanta gefahren. Das „Werk“ liegt in einem eher schlimmen Teil von Constanta. Mitten drin in einer Zigani „Siedlung“. Ich würde es eher als Müllhalde bezeichnen.
Am nächsten Tag bin ich dann mit einem Kollegen nach Campina gefahren. Einfach 4-5 Stunden Fahrt. Das bedeutete um 6 Uhr Treffpunkt und dann los. Um 11 Uhr waren wir dann in Campina. Zum Glück konnte ich während der Fahrt ein bisschen pennen. Bin allerdings auch die Hälfte der Strecke gefahren. In Campina angekommen haben wir uns dann 6 !! Stunden die paar Fertigteile angeschaut (Gut, ne Stunde Pause war auch dabei). Wäre allerdings meiner Meinung nach auch in 1-2 Stunden gegangen. Da zeigte sich wieder das Talent der Rumänen über alles stundenlang zu diskutieren ohne wirklich weiter zu kommen. Oder gar einen reellen Grund für die Diskussion zu haben. Weil im Prinzip wollten wir ja nur ein paar Zahlen haben und Fotos schießen.
Um 17 Uhr gings dann wieder zurück nach Constanta, wo wir um 22 Uhr angekommen sind. Solche Tage brauch ich nicht oft.
Den nächsten Tag gabs dann erstmal einen, wie sich im Nachhinein herausstellte unbegründeten, Anpfiff von einem Kaufmann, warum die Zahlen nicht stimmten und was wir da überhaupt gemacht haben.
Ansonsten war der Tag dann aber doch noch gut, wenn auch wie der darauf folgende etwas Öde.
Freitag abend gings dann auch endlich mal wieder auf die Piste, wobei, ein bisschen mehr Frauen hättens dann doch sein dürfen. Zwei Freundinnen und eine weitere, etwas gelangweilte aussehende junge Dame waren doch etwas wenig. Allerdings war die Kneipe doch recht nett. Und nur 5 Minuten vom Büro weg. : )
Nachdem wir die Kneipe leer getrunken hatten, war allerdings nur das Bier alle, sind wir dann noch zu nem Kollegen gefahren. Dort haben wir Jungs (7 Mann) noch bisserl weiter getrunken. Hört sich jetzt nach nem Megabesäufniss an, war es aber nit. Zumindest nit für die meisten. 1-2 hats doch erwischt. Ich habe mich allerdings zurückgehalten.
Irgendwann kam dann Olaf noch auf die Idee das wir was zu essen brauchen, so sind ein paar Los und haben im Laden um die Ecke noch Fleisch und Spagetti besorgt. Dafür das die Jungs die gekocht haben eigentlich dicht waren, hat es dann doch ganz gut geschmeckt. Auch wenn ich mich für die rumänische Art Spagetti zu kochen nicht so richtig begeistern konnte. Pflaumengroße Fleischstücke in den Spagettis sind doch leicht Gewöhnungsbedürftig.
Der nächste Arbeitstag war dann zum Glück wieder weniger stressig.
Petzi_der_Baer - 21. Apr, 13:21
Nachdem wir den Abschied des anderen Praktikanten ordentlich gefeiert hatten, wollte ich mir doch mal ein paar Tage Ruhe gönnen. Klappte auch 2 Tage recht gut. *g*
Die zwei Tage waren dafür auf der Arbeit recht interessant.
Ich war mit Herrn Menabit unterwegs, der meiner Meinung nach ein fast typischer Rumäne ist. Auch wenn er etwas fleißiger ist. Herr Menabit ist 27 und kommt aus Constanta, was bei den meisten Angestellten nicht der Fall ist. Dadurch hat Herr Menabit „natürlich“ viele Kontakte bei der CFR (rumänische Bahn), sehr hilfreich und immer wichtig, und kennt auch sonst zig Leute. Nachdem wir an einem Tag fast alle Baustellen abgeklappert hatten, fragte er mich ob ich was dagegen hätte noch nen Kaffee bei einem Kumpel von ihm zu trinken.
Ich sagte natürlich kein Problem.
Auf der Fahrt unterhielten wir uns ein bisschen und er begrüßte jede Bordsteinschwalbe mit einem Hupen. Irgendwann fragte er mich ob ich auf Mädels stehe. Oo. Warum fragt er dass, dachte ich mir, ich dreh mich doch nach jedem Rock um ;)
Auf jeden Fall sind wird dann zu seinem Kumpel gefahren, aber vorher wollte er noch woanders hin. Oha, jetzt wird mir also irgendeine Karpatenschönheit zum Kauf angeboten.
Das Dorf wo wir hinfuhren lag ca. 20 km abseits von Meggida, eine größere Industriestadt (50000 Einwohner) an unserer Eisenbahnstrecke. Nicht wirklich Sehenswert.
Und das Dorf lag wirklich mitten in der Einöde. Ca. 1000-2000 Einwohner schätze ich, allerdings keine Ahnung wie viel Leute wirklich in den Hütten und Häuschen wohnen. Nur eine Asphaltstrasse im Ort, gut das ist in Rumänien normal bei Dörfern, aber diese war doch eher von Feldwegqualität. Im Winter geht das nicht mehr viel mit Autos. Da muss man mit dem Pferdewagen vorlieb nehmen. Wobei es davon in Rumänien noch mehr als genug gibt. Besonders auf dem Land.
Im Dorf sind wir dann zu einem kleinem Gehöft gefahren, der Hausherr begrüßte uns gleich, der Sohn lugte vorsichtig hinter der Tür hervor, wie im Klischee. Erst sind wir in einen Schafstall, kA wieso, habe ja nur wenig verstanden. Anschließend ging es in einen kleine Hütte wo ein, ich vermute, frisch geschlachtetes Schaf am Haken hing. Nach kurzer Verhandlung und wiegen des Schafs, wurde es in einen Plastiksack gepackt und auf die Ladefläche geschmissen. Dann noch 50 Ron an den Bauern und schon waren wir fertig.
Puh, doch nicht die Tochter der Hauses.
Im nächsten Ort sind wir dann noch zu dem Kumpel gefahren. Das war auch wieder wie im Klischee. Den Kaffee tranken wir auf dem Hof unter einem kleinen Bäumchen. Dabei saß ich auf einem lächerlich kleinen Stuhl. Ich hätte mich gerne mal dabei gesehen, ich glaub ich hätte mich kaputt gelacht. Auch hier kam ich ohne größere Schwierigkeiten raus aus der Sache.
Anschließend sind wir dann zurück ins Büro gefahren. Auf dem Weg haben wir allerdings noch das Schaf bei verwandten von Hr. Menabit vorbeigebracht.
Nach ereignisarmen Abend gings am nächsten Tag wieder mit Hr. Menabit raus. Wieder alle Baustellen abgefahren. In Dorobantul ging Ainur (so der Vorname von Herrn Menabit) in ein klappriges Haus am Bahnhof. Ich hab mir den Bahnhof bisschen angeschaut, auch wenn ich ihn mittlerweile fast komplett kenne. Irgend rief mich Aygun ich solle auch ins Haus kommen. Innendrin sah es genauso aus wie von außen, im Gegensatz zu den anderen Häusern in denen ich bisher war, da war es zwar ärmlich, aber doch halbwegs ordentlich.
Der Fernseher lief, logisch, und es wurde ein bisschen geplaudert. Aygun stellte mir den Mann vor, irgendein Beschäftigter der CFR. Scheint sogar eher wichtig. Hatte auf jeden Fall ein Funkgerät. Nach 15 Minuten Geplauder ging es dann wieder weiter. An der nächsten Station gings dann in den „Kontrollraum“ des Bahnhofs. Sah doch sehr heruntergekommen aus. Allerdings gab es sogar einen PC. Und überall Rauchen Verboten Schilder, hat aber keinen gejuckt. Dort wechselte wieder Geld den Besitzer, keine Ahnung was diesmal gekauft wurde. Wir haben dann noch einen Polizisten mitgenommen, anscheinend auch ein Kumpel von Ainur, und ihn in der nächsten Ortschaft wieder raus gelassen. Nachdem wieder alle Bordsteinschwalben gegrüßt wurden, laut Ainur liegt der Preis bei ca. 20-30 RON (Und wenn es umsonst wäre, dass wäre mir doch zu schäbig), sind wir wieder ins Büro. Der Samstagabend wurde dann mit Boxen schauen im Büro begonnen und endete irgendwann im Morgengrauen (ca. 6.30) in einem Club. War wieder mal witzig und ich war den Sonntag total gedamaged.
Montag, Dienstag und Mittwoch ergab sich dann nichts wirklich Besonderes.
Petzi_der_Baer - 4. Apr, 14:41
Diesen Dienstag haben wir den Praktikanten der vor mir da war, verabschiedet. Er fährt Donnerstag nach Bukarest und fliegt dann heim. Ich glaube, er geht mit einem lachendem und einem weinendem Auge.
Wir waren erst essen (logisch) und dann noch in zwei verschieden Clubs/Kneipen was trinken. Und jedes Mal gab es was Gutes fürs Auge. Das waren bisher die hübschesten Mädels die ich in Rumänien gesehen habe. Essen war auch das bisher beste, wobei ich mich bei beiden Dingen auch vorher schon nicht beschweren konnte. Nachdem wir wieder etwas gefachsimpelt haben, über Arbeit und „sonstiges“ waren alle mehr oder weniger abgedichtet. Wobei ich allerdings am wenigsten getrunken hatte. Somit durfte ich früh das Auto zum anderen Ende der Stadt kutschieren. Um 6.30 aufstehen, 3 Stunden Schlaf. Toll! Allerdings war ich erstaunlich fit am nächsten Morgen.
Denn Tag bin ich dann etwas ruhiger angegangen. Zum Glück gab es keine Besprechung nur auf Rumänisch. Ich glaube die hätte ich nicht überlebt.
Abends sind wir noch mal lecker Essen gegangen. Ich glaub das war der bisher exklusivste Laden hier. Viel besser kann man in Constanta nicht essen. Habe 15 Lei für eine Portion „Penne al Quattro Formaggi“ bezahlt! Das Restaurant ist allerdings auch perfekt gelegen. Meerblick. Und hat eine schöne Einrichtung. Leider waren die Bedienungen nicht so hübsch. Muss ich mir aber merken, den Laden. Da kann man mal zu einem Date hingehen. Ausreichend romantisch, gutes Essen (Italienisch, nicht zu schwer) und keine Ablenkung durch etwaige Kellnerinnen *g*
Am nächsten Morgen gab es dann ein etwas bizarres Erlebnis im Büro. Irgendwann stand ein Japaner (vermute ich) im Anzug im Büro. Ich dachte noch Japaner, lächeln doch angeblich immer, tut der aber nicht. Nach dem sein Rumänischer Lakai leicht erregt irgendwas auf Rumänisch lospoltert hat und Richtung Fenster lief ist der Japaner plötzlich ausgerastet und brüllte auf Englisch irgendwas von seiner Garage und das er zu geparkt ist. Es gäbe keine Zivilisation in diesem Land und keiner beachtet die Regeln. Ach Ne! Was er nicht sagt. Wir wollten ihm dann klarmachen das wir die Autos nicht kennen die da unten stehen und das die nicht zu uns gehören. Nach dem er ca. 5 Minuten rumgepoltert hat ist er dann abgezogen. Soviel zu den Klischees über Japaner! Der restliche Tag verlief dann wieder weniger ereignisreich. Bisschen Baustelle, bisschen Büro. Ausser das ich meine erste "konstruktive Arbeit machen konnte. Ich hab Fertigteile gezählt.
Petzi_der_Baer - 29. Mär, 15:58
Nachdem ich gelesen habe das es in Deutschland gerade schneit konnte ich mir ein lächeln nicht verkneifen. Allerdings ist das Wetter hier auch nicht wirklich toll. Gestern hat es das erste Mal geregnet. Die Kanalisation ist allerdings nicht dafür ausgelegt das aufzunehmen. Überall waren kleine Seen. Dabei war der Regen eher normal. Freitag hatte es ca. 5°C und es hat immer mal wieder geregnet. Und natürlich Wind. Ansonsten ist bis zum Samstagabend nicht wirklich viel passiert. Freitag essen im Rustica (sehr lecker, kack Musik) und danach im Irish Pub ein paar Cocktails. Die Qualität der Cocktails und des Essens war bisher nicht so dolle, dafür waren die Kellnerinnen hübsch. Und die Röcke der selbigen eher Gürtel. Ist hier bei Bedienungen aber eher üblich. Sex sells halt.
Samstag wieder auf Baustelle und danach hatte ich mich eigentlich auf einen ruhigen Abend eingestellt, nachdem sich keiner gemeldet hatte wo man Fußball (Tschechien vs. Deutschland) gucken kann. Ralph, der Praktikant der schon länger hier ist, ging zum Fußball spielen und so dachte es geht wohl nix mehr. Kurzfristig konnten wir allerdings dann doch noch wen auftreiben und so gings nach ner halben Ewigkeit (wie kann man nur so lange im Bad brauchen?) ab zu Stefan (Kaufmännische Abteilung, ein Nürnberger und Clubfan). Nachdem die anderen (Ralph, Carsten und Udo (erstere Praktikanten, letzter Bauleiter)) erst noch in zwei Läden waren um Bier zu kaufen, wurde dann über meine „langsame“ Fahrweise gemeckert. Undankbares Pack. Bei Stefan angekommen bewunderte ich dann erstmal das tolle Treppenhaus. Komplette mit weißem Marmor. Allerdings war das Haus, für deutsche Verhältnisse, wieder sehr heruntergekommen. Für rumänische allerdings sehr schön. Dadurch, dass es auch noch mitten im historischen Zentrum liegt, wird die Wohnung in 20 Jahren wohl kaum bezahlbar sein. Die Wohnung selbst war auch 1a, viel gefliesst mit Dachterrasse.
Nachdem wir uns in der Bude breitgemacht haben wird dann das Spiel gesehen. Insgesamt eine sehr spassige Sache. Nachdem das Spiel fertig war, kristallisierte sich heraus, das der Abend wohl deutlich länger werden würde wie ich gedacht hatte. Toll, ich war natürlich alles andere als schick gekleidet. Wenigstens hatte ich eine Hose an ;). Nach ein halben Ewigkeit Diskussion wo es denn hingehen sollte, man kennt das ja, wurde der KNY Club ausgewählt.
Dort waren auch schon ein weiterer Stefan und seine rumänische Freundin Alexandra.
Der Club liegt in Mamaia, dem Urlaubsort in Rumänien.
Allerdings gleich zu Beginn ein Schock. Eine Deko wie in einem üblem Puff, rumänische Musik (klingt wie ein arabischer DJ Bobo, allerdings mit 130 Dezibel) und auf der Tanzfläche zwei Wasserstoffblondinen die wie mein erstes Auto nur durch den Lack zusammengehalten wurden. Nach quälenden 1,5 Std. sind wir dann noch in einen anderen Club umgezogen. Auf der Fahrt dorthin flogen so einige Autobauteile und andere Dinge aus dem Fenster. Der Alkohol tat halt seine Wirkung bei meinen Mitinsassen.
Der nächste Club lag dann wieder direkt in Constanta. Das war ein schon eher ein Club nach meinem Geschmack. Allerdings war die Musik wieder Ohrenbetäubend. Das ist in Rumänien eh eine Unsitte. Überall Musik, und dann noch viel zu laut.
Im Club wurde dann zwar wieder keine tolle, aber immerhin keine Grauenhafte Musik gespielt. Jeder der sich in Deutschland schon mal über schlechte Musik in der Disko aufgeregt hat sollte mal nach Rumänien kommen. DAS ist schlechte Musik.
Das Weibsvolk in diesem Club war dann auch wieder etwas mehr nach meinem Geschmack. Allerdings musste ich leider feststellen, dass es in Rumänien nicht nur gut aussehende Frauen gibt. Frechheit.
Und leider hat die Rumänin die Tendenz sich etwas zu stark zu schminken, nach meinem Geschmack. Nach langer Nacht habe ich dann noch meine beiden Mitbewohner und Stefan nach Hause gefahren. Ich glaub alle hatten jeweils schwer in ihre Betten zu finden, so dicht wie sie jeweils waren. Insgesamt betrachtet war es allerdings ein feiner Abend.
Petzi_der_Baer - 26. Mär, 17:03
So, die ersten Tage sind gut überstanden. Hab mir zwar ne leichte Erkältung eingefangen, war allerdings zu erwarten. Irgendwie hatte hier jeder grad so was. Ne ganz leichten Sonnenbrand hatte ich auch. Wetter is halt geil bisher. Nur an manchen Stellen, aufgrund des Donaukanals, sehr windig. Im Sommer bestimmt angenehm, momentan weniger.
Am Samstag hab ich das erstmal in dieser Woche ausgeschlafen. Allerdings wird das eher so aussehen das ich meist das Wochenende durcharbeite. Die Reglung sieht so aus das man 3 Wochen arbeitet und dann ne Woche frei hat. Ist halt schöner Heimzufliegen.
Donnerstagabend waren wir wieder essen. Abschiedsessen für Klaus den Baggerfahrer. Der sollte den Rumänen beibringen wie man richtig baggert. Als wenn die das nit könnten *g*. Klaus ist allerdings ein sehr netter und vor allem wirklich fähiger Kollege. Der konnte den Rumänen wirklich noch was beibringen im Umgang mit den Maschinen. Auch wenn er manchmal schier verzweifelt ist. Der Abend wurden dann auch richtig feuchtfröhlich. Da hab ich auch Olaf und Udo kennen gelernt. Beides alte Hasen die auch wirklich nett sind. So richtige Bauleiter wie aus dem Bilderbuch. Mit beiden und meinen 2 Mitpraktikanten wurde dann noch gefachsimpelt bis um 2 am Morgen. Da musste ich mich dann allerdings ausklinken, am Tag wäre ich beinah bei einer Besprechung eingepennt. Geschuldet der rumänischen Sprache und Schlafdefizit. Die anderen habe ich dann noch in die Fischerkneipe gebracht. Der Name ist allerdings nur ein Spitzname (vermute ich) und in Wahrheit scheint mir das eher ein Art Nachtclub zu sein. Ich werde das mal eruieren. :)
Am Freitag war ich wieder bei Valentin dabei. Beim Einbau einer port provisale (alle rumänisch Sprecher mögen mir verzeihen. Geschrieben ist das mit Sicherheit falsch), einer Hilfsbrücke. Das war wieder sehr interessant. Auch wenn es gegen Ende eher öde war. Das kann sich wieder sehr ziehen. Ist allerdings normal. Valentin hat mir dann anhand eines Plan alles erklärt und die wichtigen Begriffe auch auf Rumänisch gesagt.
Den Abend haben wir dann daheim verbracht. Offensichtlich waren die beiden anderen doch sehr gedamaged vom Abend in der Fischkneipe.
Samstag (ausnahmsweise frei) bin ich dann mal mit Straßenkarte bewaffnet in die „Innenstadt“ gezogen. An den Boulevards sieht es einigermaßen ordentlich aus, auch wenn die Rumänen wieder ihre ganze eigene Art von Baustellensicherung an den Tag legen (siehe Bilder).
Auf dem Weg, mitten in der Innenstadt, hatte ich dann auch meine erste Begegnung mit den rumänischen Schlawinern. Vor der Masche wurde ich allerdings schon gewarnt. Rumänen erkennen anscheinend Ausländer schon auf 2 km um die Ecke. Vor allem welche die große und blond sind, so wie ich.
Der erste hielt mich an und fragte nach der Uhrzeit und versuchte mich in ein Gespräch zu verwickeln. Dann kam der zweit, zeigte mir seinen Perso und sagt „Policia“ (der Perso sollte woll einen Polizeiausweis darstellen). Gut vorbereitet musste ich mir ein Lachen verkneifen und blieb hart wie der Polizist meinen Passport sehen wollte. Nach kurzer Diskussion haben sie dann gemerkt, dass bei mir nix zu holen ist und sind weiter gezogen. Man muss hier halt auf der Hut sein. Der Rumäne ist nicht von Grund auf kriminell, er wittert halt nur Gelegenheiten. Bei der Armut hier sei es ihnen verziehen.
Nach der Tour durch die eher unspektakuläre Innenstadt von Constanta (Shoppen is nich) bin ich wieder zurück Richtung Wohnung. Auf dem Weg zurück bin ich mal in den McDonalds (nur 2 in Constanta Oo). Allerdings ist der so teuer wie daheim. Also eher teures Essen. Noch teuerer wie daheim).
Sonntag sind wir dann zu acht zum Paintball spielen. Macht gut Laune und gibt schöne blaue Flecken. Danach zur „Toilette“, einer Minikneipe direkt am Meer. Da gibt’s nur Bier, Cola usw. und Mici (eine Art Cevapcici), allerdings sehr lecker. Toilette ist übrigends nicht der korrekte Name (welch Wunder), in Wahrheit heißt das Ding Brasserie Faleza Nord (Faleza Nord ist der Stadtteilname, da wo auch ich wohne). Noch ein bisschen Bürogossip und danach heim.
Petzi_der_Baer - 19. Mär, 07:08
1. Tag: Im Prinzip hat alles gut geklappt. Frühs noch alle Impfungen geholt, kein Stau und rechtzeitig in München und auch schnell mein Mitpraktikanten getroffen. Der Flug war angenehm, allerdings in einem eher kleinem Jet (Airbus A318). Das Flugzeug war wie ich erfahren habe gerade mal 5 Monate alt. Beruhigend . In Bukarest wurden wir am Flughafen von einem Mitarbeiter der Firma abgeholt und ins Hotel Diplomat gefahren. Die Fahrt war Verkehrstechnisch weniger schlimm wie erwartet, was allerdings an der späten Stunde lag. Die Straßen waren allerdings so schlecht wie erwartet. Es wechselte von Pflaster auf Asphalt, dessen Oberfläche wie Pflaster aussah. Zwischendurch gab es allerdings auch ordentliche Stücke. Die Straßenführung hat sich mir allerdings kaum erschlossen. Verwirrend ist noch untertrieben. Zwischendurch sind wir durch wirklich dunkle Seitengässchen gefahren. Das Hotel war dann wieder 1a. Die weiblichen Angestellten sehr Hübsch. Zimmer groß und gut ausgestattet. Nach eher unruhiger Nacht, Strapenlampe direkt vorm Fenster und eine Unerklärliche Grundlautstärke von draußen gings am Morgen zum Frühstücken.
2. Tag: Das war wieder sehr gut. Während wir in der Lobby auf den Fahrer warteten durften wie noch den „Manager/Besitzer“ des Hotels begutachten. Ein etwas schmuddeliger, kettenrauchender, bierbäuchiger Mann um die 50 in einem weißen Puma-Trainingsanzug. Unglaublich, und das bei einem 4 Sternehotel in dem sonst alle wie aus dem Ei gepellt aussehen.
Nachdem uns der Fahrer in die Hauptstadtniederlassung gebracht hat, wurden wir gleich vom Chef begrüßt, bekamen Firmehandys und wurden der Belegschaft (ca. 5-10 Personen) vorgestellt. Alles in allem war das Gebäude eher klein, allerdings ist die Hauptniederlassung ja in Constanta. Nachdem uns die Struktur von Leonhard Weiss in Rumänien erklärt wurde sind wir dann gegen 11 Uhr losgefahren Richtung Constanta. Der Hauptstadtverkehr war dann wieder sehr „südländisch“, wobei unser Fahrer sein teil dazu beigetragen hat. Immerhin der Niederlassungsleiter. Anscheinend gewöhnt man sich fix an die Fahrweise. Wir wurden dann auch noch von der Polizei angehalten. Aber nach glaubwürdiger Schilderung das in Deutschland fahren auf den Straßenbahnschienen erlaubt ist durften wir einfach so weiterfahren.
Die Fahrt übers Land verlief dann eher weniger Spektakulär. Allerdings weiss ich mittlerweile woher die Plastiktüten kommen. Die wachsen in Rumänien auf den Äckern, Wiesen und eigentlich überall. Sieht zumindest so aus.
Die Straßen waren dann wieder sehr unterschiedlich, aber meist ganz ok, ist allerdings eine Hauptverkehrsader. Im Sommer ist da angeblich die Hölle los. Weil jeder zum Meer will. Zwischendurch haben wir mal einen kurzen Stop in einem Mini SB Restaurant gemacht. Essen war mit umgerechnet 2,50€ für eine Portion Gulasch mit Kartoffelbrei und dazu eine Cola recht günstig. Arm wird man hier nicht. Zumindest nicht als Deutscher.
Danach ging es zur aktuellen Baustelle. Dort sind ca. 10-15 Rumänische Arbeiter, 10 Hunde (Wovon 3 dem Sicherheitspersonal gehören. Zum Thema Sicherheit schreibe ich später noch mal extra was, allerdings halb so wild).
An der Baustelle haben wir auch den Praktikanten getroffen den wir ablösen. Der ist noch 2 Wochen da.
Nach einer kurzen Baustellenbesichtigung (dem künftigen Arbeitsplatz meines Mitpraktikanten) gings noch kurz einen Kaffee trinken in einer „Bar“. Sah allerdings mehr nach angestrichener Garage aus. Allerdings war der Kaffee sehr lecker.
Anschließend sind wir nach Constanza gefahren und haben uns mal das Büro angeschaut. Immerhin ist im Erdgeschoß eine Modelagentur. Das Büro der eigentlichen Niederlassung in Constanta ist eher übersichtlich. Aber dort habe ich dann erfahren, dass ich in der ARGE (Arbeitsgemeinschaft mit 2 weiteren deutschsprachigen Firmen) tätig sein werde. Dort waren dann auch mehr Leute anwesend. Grobe Schätzung 5-10 Deutsche und 15-20 Rumänen. Ich konnte mir allerdings nicht alle Namen merken ;).
Danach ging es für 2 Stunden die Wohnung. Von außen war schlimmes zu erwarten. Die ganze Gegend würde in Deutschland wohl als Ruinengegend bezeichnet. Für Rumänische Verhältnisse ist das allerdings eine normale Wohngegend. Die Wohnung an sich ist allerdings wieder erste Sahne. 3 Zimmer, Küche, 2 Bäder. Und Blick aufs Meer. Zumindestens etwas (Fotos werden noch nachgereicht). Am Abend gings dann noch zum Essen. Das war wieder 1a für wenig Geld. Ich hatte eine gute Pizza für 4€. Rumpsteaks mit Beilage war für ca. 10-15 € zu haben und sah sehr lecker aus. Muss ich mal „testen“. Am Abend noch n kleiner Plausch mit den anderen Praktikanten und dann war es auch schon Nacht.
3. Tag: Nach viel zu kurzer Nacht lief ich mit den beiden anderen Praktikanten die 15 Minuten ins Büro. Dort angekommen bin ich direkt an einen Mitarbeiter weitergereicht worden der mir mal einige Baustellen zeigen sollte. Wir haben auch einiges abgeklappert und ich durfte auch einer Besprechung beiwohnen die komplett auf Rumänisch war. Habe mir danach sagen lassen das es eine sehr gesittete war, es wurde kaum geschrieen. Auf den weiteren Baustellen dann wieder Besprechungen auf Rumänisch. Allerdings schaffe ich es mittlerweile zu erahnen um was es geht. Laut einem Kollegen schafft man es nach ca. 6-9 Monaten rumänisch zu verstehen. Ohne extra Kurs, sondern nur vom aufpassen. Ein paar Worte kann ich ja mittlerweile schon.
Zwischendurch waren wir in einer so genannten Patisserie. Das ist so eine Mischung aus Imbiss und Bäckerei. Es gab so ca. 10 verschiedene Dinge. Der Kollege hat mir etwas mitgebracht, schmeckte sehr gut. Angeblich eine Türkische Spezialität. Der Teig war so Tortillaartig und gefüllt mit Zwiebel und Hackfleisch. Alles mild gewürzt (was mich sehr überraschte. Dacht die Küche ist eher würzig. Ist allerdings eher mild.) Danach gab es dann noch so was ähnliches, nur mit Käse als Füllung.
Nach einem Langen Tag sind wir dann noch in einen Carrefour gefahren. Ich glaub es gibt in Rumänien kaum einen Supermarkt in normaler Größe. Entweder so groß wie ein durchschnittliches deutsches Klo, oder dann gleich Stadiongröße. Im Carrefour gab es dann fast alles was das Herz begehrt. Allerdings auch zu fast deutschen Preisen.
Danach sind wir noch zum Essen gegangen. Das Restaurant hat einen sehr guten Eindruck gemacht und ist preislich gesehen auch 1a gewesen. Ich hatte eine Grillplatte (350gr.) und Pommes für 30,5 Lei (entspricht ca.10€). Danach war ich allerdings pappensatt. Essen gehen ist je nach Restaurantkategorie ca. 50-70% billiger. Ich glaub ich geh oft zum Essen . Das ist allerdings auch ein kleiner Ausgleich für den Rest des Tages. So einen Luxus wie Mittagspause gab es bis auf den kleinen Stopp in der Patisserie nicht (Stand 4. Tag).
Nach dem Essen wollten wir noch schöne Frauen angucken (Zitat Kollege) und sind noch in eine Bar/Restaurant. War nicht sehr viel los. War allerdings ja auch Mittwoch. Im Sommer muss es hier wimmeln. Ein Glück bin ich im Sommer da . Ein Kollege hat das Verhältnis von Frauen zu Männer auf 4:1 geschätzt, das kommt daher, dass sehr viele Rumänen im Ausland ihr Geld verdienen. Vor allem Junge. Wir wurden schon von sehr vielen Kollegen gefragt ob wir Single sind und nachdem wir das bejahten ernteten wir ein „Gut“ und ein Grinsen. Mal abwarten.
4. Tag: Heute sollte ich mir mal einige Baustellen mit Valetin anschauen. Sehr netter Rumäne, genauso alt wie ich. Spricht zwar nur Englisch und Rumänisch, allerdings klappt die Verständigung sehr gut. Er war dann auch der erste Rumäne der mal normale Musik hört (Classic Rock und 80er Musik). Die hören hier sonst tatsächlich nur DJ Bobo Style auf Rumänisch.
Im Auto hat er dann erstmal den Radarwarner angeschlossen, der hier anscheinend legal ist. Er hat mir dann erklärt das in Ortschaften ja 50km/h gilt und er das nicht respektieren kann. Was allerdings irgendwo verständlich ist, da sich die rumänischen Dörfer und Städtchen über Kilometer hinziehen.
Die Besprechungen an den Baustellen waren eher kurz und ich dachte das wars auch schon. Er hat mir dann Allerdings erklärt das Mann zu jeder Besprechung ein Protokoll ausfüllen muss, das dann noch abgesegnet wird. Dazu ist es dann in so ein kleines Restaurant und es gab noch mal eine Besprechung über 2h. Unter anderem ging es darum zu klären was eine ARGE ist. Weil so was kennt das Rumänische Baurecht nicht. Die Beamtin war dann dementsprechend verwirrt. Ich musste höllisch aufpassen, dass ich nicht weggeknackt bin, war ja wieder alles auf Rumänisch. Ich denke allerdings, dass das nicht ewig so weitergeht. Das ganze war ja mehr zum kennen lernen des Projekts. Irgendwann hat Valentin dann Valentin angerufen, der eh grad in der Nähe war und gemeint ich kann gleich mitfahren, das hat hier keinen Zweck mehr. Valentin (der Deutsche) hat mir dann auf dem Heimweg auch noch einige Tipps gegeben wo ich hin kann wenn ich mal ein paar Tage frei habe. Am Wochenende hab ich sogar wider erwartend frei. Normal ist das durch gearbeitet wird. Für die deutschen Mitarbeiter läuft das allerdings anders wie für die Rumänen. Die Rumänen kommen sonntags nicht. Die Deutschen arbeiten 3 Wochen durch und haben dann eine Woche frei. Dadurch lohnt sich dann das Heimfliegen auch. Meinen ersten Heimflug hab ich auch schon gesagt bekommen, der wurde mir quasi vorgegeben, da ich zwischendurch eine Schulung in der Zentrale habe. Ich bin also über Ostern 9 Tage in Deutschland.
Petzi_der_Baer - 15. Mär, 15:04